Donnerstag, 4. Februar 2010

Vertuschung. "Aus Gründen der Vertraulichkeit gegenüber dem Opfer"

Das ist ein Begriff, den man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Beschrieben wird damit folgender Vorgang:

Nach Angaben Kischlats hatte der Jesuiten-Orden bereits 2005 Hinweise auf einen Fall von sexuellen Missbrauch durch den Pater gehabt. Damals sei auch ein damaliges Vorstandsmitglied der Hilfsorganisation über den Vorwurf informiert worden. Dieser habe "aus Gründen der Vertraulichkeit gegenüber dem Opfer" aber keine weitere Mitarbeiter darüber in Kenntnis gesetzt. Alle heutigen Mitglieder des Vereins und dessen Führung hätten die "erschreckende Nachricht" erst am Dienstag in Folge einer entsprechenden Veröffentlichung der Jesuiten erfahren. Quelle
 Konkret haben die Jesuiten also nicht den Vorstand von Aerzte für die Dritte Welt, sondern ein dem Beschuldigten offenbar nahe stehendes Vorstandsmitglied informiert. Dieses Mitglied hat entschieden, seinen Kollegen und dem Förderverein diese İnformationen "aus Gründen der Vertraulichkeit gegenüber dem Opfer" zu verschweigen. Somit hat also niemand was erfahren.

Aber, auf Druck der Jesuiten, kann man deren İnformationen glauben, ist der Beschuldigte 2006 von seinem Geschaeftsführer-Posten zurückgetreten. Die Jesuiten haben also Einfluss auf die Personalentscheidungen von Aerzte für die 3. Welt genommen, ohne dem Vorstand formell reinen Wein einzuschenken.

Dieses ungeheuerliche Vorgehen halte ich für erwaehnenswert.

Nun stellt sich die Frage, ob dieses betreffende Vorstandsmitglied nicht nur dem Beschuldigten nahe stand, sondern gleichzeitig auch Mitglied des Jesuitenordens war. Dazu hat man bisher noch nichts erfahren.

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