Sonntag, 30. Oktober 2011

Es lebe der Fortschritt (1)

Eigentlich ist es schon verrückt, wie schnell sich Technik weiter entwickelt.  Ich nehme das Beispiel Musik:

Ich habe vor 40 Jahren die Ausbildung auf zwei Instrumenten abgeschlossen: Klavier, Querflöte. Letztere ist und bleibt ein Solo-Instrument, für welches ich hoffentlich diesen Winter wieder etwas mehr Zeit aufwenden kann.

Aus Radios und Musikanlagen erhielt mein Tasteninstrument bald Konkurrenz. Procul Harum mit ihrem Mega Hit A Whiter Shade of Pale und dem dreckigen Hammond- Klang in der Einleitung und dem Abspann. Super ! - und wenige Jahre später war ich im Besitze einer Hammond M-105, mit Leslie natürlich. Ein Riesenteil und bei jedem Transport irgendwie Rückenschaden verdächtig, weshalb ich mich wieder von diesem Instrument trennte.

Es dauerte nicht lange und diese Hammonds wurden kompakter, später abgelöst durch Synthesizer und Mitte der 80-er Jahre durch Kompakt-Keyboards. Vielfach bestand deren Eigenschaft in automatiserten Begleitschemen, welche, nachdem man sie ein Dutzend mal angehört hatte, irgendwo zwischen Dünndarm und Ausgang ein Kribbeln zu verursachen begannen. Scheinbar lebendig und doch tot.


Ich verwendete später ein KN-800 von Technics, auf welchem sich manuell 8- 16-spurig Begleitungen einspielen liessen. Dies ermöglichte mir, sowohl Querflöte zu spielen, als mich auch selbst dabei zu begleiten... So ging die Entwicklung weiter. Es folgte KN-1500 und kurz nach dem Jahre 2000 KN-6500. Inzwischen ist dieses Instrument eine Rarität,  da Technics die Produktion dieser gut klingenden Wunderwerke eingestellt hat. Nach dem heutigen Stand der Technik würden Eingeweihte das Ding wohl als Steinzeit bezeichnen. Egal. Ich hoffe, es läuft für mich auch in den kommenden Jahren störungsfrei.

Damals wurde mir für etwa 600 Franken eine Software angeboten, mit welcher sich die produzierten Arrangements auf PC hätten überspielen lassen. Nachdem ich dann in der Türkei lebte, habe ich mehrmals mit  mir gehadert, dass ich dies damals nicht auch gleich angeschafft hatte.

So vergingen einige Jahre und siehe da: Plötzlich waren Wandler als Software im Netz und ich kann seit einigen Monaten das, was ich aus Lust so zusammenklimpere umladen und als Soundtracks für Slide-shows etc.einsetzen oder aber einfach meinen Freunden eine musikalische Überraschung bereiten. Hergestellt in einem kleinen Dorf, 3000 Kilometer entfernt von der Schweiz, aber auf Knopfdruck abzurufen. Umgekehrt funktioniert es genau so.

Schon irre, wie sich das entwickelt hat. Vor 15 Jahren  nur schon von sowas zu träumen, geschweige denn laut darüber zu sprechen...


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