Montag, 31. Oktober 2011

Unesco-Palästina: Demokratie auf amerikanisch

Vor etwas mehr als einem Monat schrieb ich einen Beitrag zum Antrag der Palästinenser auf Anerkennung durch Uno. Offensichtlich kommen nun die politischen Turbulenzen schneller als gedacht, wenn auch erst auf einem Nebenschauplatz.


Die Unesco hat die Palästinenser aufgenommen. "107 Mitgliedsstaaten votierten in der Generalkonferenz der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Paris dafür. 14 Länder – darunter Deutschland – stimmten dagegen, 52 enthielten sich." Quelle 


Das Resultat ist eigentlich recht deutlich und müsste somit in einem demokratisch geführten Gremium akzeptiert werden, auch von den Unterlegenen. 


Das sehen die USA jedoch völlig anders. Sie waren dagegen und kündigen jetzt nach der Niederlage an, 60 Mio Dollar, welche im kommenden Monat an die UNESCO hätten überwiesen werden sollen, nicht zu bezahlen. Ein Fehler mit weit reichenden Folgen, wie man aus der Vergangenheit eigentlich schon wissen sollte. Dank dieses seltsamen Demokratieverständnisses werden internationale Organisationen immer wieder mit dem Vorwurf zu kämpfen haben, sie seien Helfer oder verlängerter Arm der USA und folglich nicht unabhängig.


Dass ausgerechnet das Land, welches so viel auf Unabhängigkeit und Demokratie hält, zu solchen repressiven Methoden greift, ist ein Skandal. Damit wird nicht mehr und nicht weniger gesagt als: "Demokratie, so lange sie uns nützt und sonst Daumenschrauben,so lange, bis ihr so denkt wie wir.."


Das war erst das Vorgeplänkel. Spannend wird es, wenn der Antrag um Aufnahme in die UNO auf der Tagesordnung stehen wird. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen