Donnerstag, 27. Oktober 2011

Was in Fukushima wirklich geschah

Ein hochinteressanter Bericht in spektrumdirekt stellt eine Untersuchung vor, im Zuge derer die Ereignisse um das havarierte AKW Fukushima völlig neu bewertet werden müssen:

Während diese Ereigniskette mittlerweile relativ eindeutig nachvollzogen ist, ist es deutlich schwieriger, den gesamten radioaktiven Ausstoß der Anlage zu erfassen. Der jüngste Bericht der japanischen Behörden – aus dem Juni! – meldet, dass die Reaktoren 1,5 · 1016 Becquerel Zäsium-137 ausgestoßen haben – ein Isotop mit 30-jähriger Halbwertszeit, auf das der größte Teil der langfristigen Kontamination durch Fukushima zurückgeht. Noch größer fällt demnach die Menge an Xenon-133 aus, das in einem Umfang von 1,1 · 1019Becquerel freigesetzt wurde, so die offiziellen Schätzungen.

Beides zweifelt Stohls Team an. Basierend auf ihren Rekonstruktionen gehen die Wissenschaftler von 1,7 · 1019 Becquerel Xenon-133 aus – mehr als damals in Tschernobyl in die Umwelt gelangte (1,4 · 1019Becquerel). Schuld daran sei die Explosion von gleich drei Reaktoren, so De Geer. Das radioaktive Edelgas stellt allerdings kein besonderes Umwelt- oder Gesundheitsrisiko dar, da es vom Körper nicht aufgenommen wird.

Der Zäsium-137-Fallout hingegen besorgt die Forscher, denn es verbleibt über Jahrzehnte in der Umwelt. Die neuen Berechnungen zeigen, dass etwa 3,5 · 1016 Becquerel Zäsium-137 aus Fukushima austraten, etwas mehr als doppelt so viel wie die Behörden vermelden und etwa die Hälfte dessen, was Tschernobyl ausstieß. spektrumdirekt
So weit die neuen Erkenntnisse. Sind sie wirklich so neu? Ist es nicht das, was verschiedenste Experten bereits Tage nach dem Beben prophezeit haben und dafür als Panikmacher kritisiert wurden? Oder: Wird auch diese Studie als rein hypothetisch und weit von der Realität entfernt schlecht geredet?

Nun, es gibt eine Realität, Monate nach diesem Gau und einer Informationspolitik Japans, welche eigentlich bereits wieder alles als im Griff bezeichnet. Diese Realität sieht so aus:

24.10.2011: Wie die Behörden am Montag mitteilten, lag die auf einem unbebauten Grundstück in Kashiwa gemessene Strahlung einen Meter oberhalb der Erdoberfläche bei 2,0 Mikrosievert pro Stunde. Im Boden wurden sogar Werte von 57,5 Mikrosievert je Stunde gemessen. Quelle


21.10.2011:Nach der Atomkatastrophe in Fukushima wurde die Umgebung des Meilers verstrahlt. Nun bemängeln Kritiker, das Sperrgebiet sei zu klein. Dadurch setze die Regierung die Bevölkerung unnötigen Risiken aus – alles zum Wohle der Konjunktur. Quelle

20.10.2011: Dekontaminierung ohne Plan
Die Regierung plant, durch die Erd-Abtragung ein Gebiet von 8000 km2 zu dekontaminieren und damit wieder bewohnbar zu machen - ein Gebiet größer als Wien, das Burgenland und Vorarlberg zusammen.

So geht es weiter... Die Unkenrufer haben recht behalten, dieses Problem ist noch längst nicht ausgestanden und die Auswirkungen werden uns noch über Jahre hinaus beschäftigen und ängstigen.

Atomkraft? - Nein Danke!


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