Dienstag, 13. Dezember 2011

Deutschland: Lebenserwartung von Geringverdienern sinkt !!

Ich habe bereits in einem früheren Beitrag auf die sich rasant verändernde Sozialstruktur in Deutschland hingewiesen. Es ging dabei um das sich deutlich abzeichnende Problem der Altersarmut.

Nun lässt eine neue Studie aufhorchen:


Langjährig rentenversicherte Männer - also jene, die mindestens 35 Versicherungsjahre vorweisen - und weniger als 75 Prozent des Durchschnittslohns verdienten, wurden 2001 durchschnittlich noch 77,5 Jahre alt. Zehn Jahre später liegt ihre Lebenserwartung fast zwei Jahre darunter. Besonders deutlich ist der Rückgang in den neuen Bundesländern. Männer, die während ihrer Berufstätigkeit weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens erhielten, sterben dort heute 2,6 Jahre früher als noch 2001. Verdienten sie zwischen 50 und 75 Prozent dieser Bezugsgröße, sind es sogar fast vier Jahre.
Diese Zahlen der Deutschen Rentenversicherung stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Große Anfrage der Linksfraktion im Deutschen Bundestag. Zwar fielen bundeweit 2010 nur knapp 20.000 Männer in diese Kategorie, der Deutschen Rentenversicherung zufolge eine zu kleine Gruppe, um daraus einen Trend abzuleiten. Doch die Zahlen stützen die Thesen von Experten. Quelle Süddeutsche.de 


Das alles wirkt logisch. Wer sparen muss, überlegt sich den Gang zum Arzt angesichts immer höherer Selbstbeteiligungen zweimal. Das Problem dürfte aber tiefer liegen. Es beginnt beispielsweise mit der sinnvollen Ernährung, will man nicht längerfristig gesundheitliche Probleme riskieren. Angesichts der verschiedenen aufgezeigten Budgets von Arbeitslosen oder Rentnern lässt sich an zwei Händen abzählen, dass da für Sonderwünsche kein Platz mehr übrig bleibt.

Das alles wirkt auf mich gespenstisch und vor allem aus ethischer Sicht schlichtweg skandalös. Denn letztlich wird damit nicht mehr und nicht weniger gesagt als dass der so genannte Wirtschaftsboom für immer weniger Leute tatsächlich etwas abwirft und daneben der Anteil derer, welche einen grossen Teil ihres Lebens an der Existenzminimum-Grenze oder noch weniger herumkraxeln, stetig wächst. 

Wie sich unter diesen Voraussetzungen ein Rechtsstaat auf den Beinen zu halten gedenkt, ist mir ein Rätsel. Das alles  entwickelt sich in den letzten Jahren in Richtung Geld-Diktatur.

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