Montag, 30. Januar 2012

AKW: Fukushima nicht vergessen!

Vor diesem Beitrag habe ich etwas bei google+ zum Stichwort Fukushima gesucht und zu meinem Erstaunen festgestellt, dass dieses Thema praktisch nur noch im englischsprachigen Bereich behandelt wird. Schon sooo weit weg? Dabei wird es jetzt erst richtig interessant. Was haben wir uns doch alles angehört in den Tagen der Krise, was Professionalität und Standards betrifft? Wie wurden wir doch belehrt, dass ein Ausstieg aus der Atomkraft gleich bedeutend mit Wirtschaftschaos und Rezession sei? Wie wurde uns das Handling dieses "Problems" von Lobbisten als unter Kontrolle und ohne weitere Auswirkungen für die Zukunft der Atomkraft geschildert?

Dann schauen wir doch mal, was in letzter Zeit so alles gelaufen und bekannt geworden ist:


1. Erst vor Tagen stellte sich heraus, dass bezüglich des gesamten Krisenmanagements in den Wochen nach dem Tsunami keinerlei Protokolle existieren, in denen festgehalten wurde, wer was zu tun habe und was entschieden worden sein. Es gibt keine schriftlichen und elektronischen Aufzeichnungen!

2. Beinahe ein Jahr nach dem schleichenden GAU beschliesst die IEA aus Wien, ein Aussenbüro in Fukushima einzurichten.. Es stellt sich da die Frage, welches das Ziel dieser Aktion sein soll: Weiterer Lobbysmus FÜR die Atomkraft oder aktive Mithilfe an der Lösung der nach wie vor prekären Situation?

3. Anlässlich der alle drei Jahre stattfindenden landesweiten Reihenuntersuchung der Bevölkerung wurde letzten Herbst die Provinz Fukushima "wegen Personalmangels" NICHT in diese Untersuchung einbezogen.

4. Radioaktiv belastete Rinder, man spricht von über 5000 Stück, sind auf irgendwelchen Vertriebswegen trotzdem in den Handel und auf die Schlachtbank gekommen. 

5. Ab Mai werden voraussichtlich alle 54 Atomanlagen in Japan vorübergehend oder längerfristig still stehen. Derzeit laufen noch ganze drei Meiler und trotzdem stehen die Uhren nicht still.

6. TEPCO steht vor Übernahme durch den Staat, welcher 9,8 Mia € in den Entschädigungsfonds einschiesst.

7. Der ehemalige japanische Ministerpräsident Naoto Kan tritt wieder auf die große Politikbühne. In Davos tritt der Politiker, unter dessen Verantwortung das Reaktorunglück von Fukushima Daichi passierte, als Anti-Atom-Aktivist auf.


usw. usw.

Das Aufarbeiten dieser gewaltigen Katastrophe beginnt also erst und weiterhin sind die Folgen und Folgekosten in keiner Hinsicht absehbar. Also bleiben wir dran, gell?


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