Mittwoch, 4. Januar 2012

Wulff: Standfestigkeit? Aber nicht doch!!!

Gestern abend haben sich nun doch einige Politker aus der Ecke getraut und sich zur derzeitigen Lage des Bundespräsidenten geäussert. Mehrfach wurde ihm eine aussergewöhnliche Standfestigkeit bescheinigt. Ich wehre mich resolut gegen die Anwendung dieses Wortes im Zusammenhang mit Wulff und seiner derzeitigen Situation, denn es wird damit Sinn entfremdet.

Standfestigkeit ist ein positiv besetzter Begriff, welcher vor allem im technischen Bereich die Fähigkeit einer Maschine beschreibt, über eine lange Zeit eine definierte Leistung störungsfrei  abzuliefern. 

Im Falle der jetzigen Situation kann man nicht von Standfestigkeit, sondern wohl eher von übertriebenem Ehrgeiz und nun aber auch Beratungsresistenz, mangelnder Ein- und Weitsicht sprechen. Heute morgen zitierte nämlich ARD Morgenjournal Quellen aus dem Bundeskanzleramt, wonach Herr Wulff keineswegs zurückzutreten gedenke.

Angesichts:

  • einer Umfrage von focusonline votieren derzeit 90% von knapp 70 000 Teilnehmern, Wulff müsse zurücktreten. Es stellt sich also die Frage, für wen er als Bundespräsident zu amten gedenkt.
  • des grossen Schweigens aller wichtigen Koalitionsspitzen zu seinem derzeitigen Zustand, müsste er erkannt haben, dass sein Amt bereits jetzt sehr beschädigt ist, sich niemand mehr vor ihn stellt. Er selbst aber schweigt. Wieder einmal ist sich Jeder selbst der Nächste. Der Korpsgedanke ist ausgesetzt, respektive ins Endstadium getreten.
  • der erwiesenen Vorwürfe der letzten Zeit, weiss ein Jurist wie Wulff haargenau, dass seine versuchte Einflussnahme nicht einfach bei einem Journalisten, nein, bei Verleger, Hauptaktionärin usw. mit nichts zu erklären ist. Die Zeit der Entschuldigungen ist aber abgelaufen, da hatte er bereits eine Chance, leider vertan. Bezüglich der Kreditgeschichte selbst, taucht die Wahrheit auch nur körnchenweise auf.
  • der teilweise sehr emotinalen Leserbriefe, welche alle denselben Punkt aufgreifen: Die Integrität, die Glaubwürdigkeit der Person, welche offenbar in der Öffentlichkeit kommunizierte Werte für sich selbst als nicht relevant bewertet und entgegengesetz handelt (..und es geht nicht nur um diese Intervention gegenüber der Presse!!), aber immer noch Bundeskanzler ist, dagegen ist nicht anzukommen. Das bleibt hängen und verunmöglicht es, höchster Vertreter des Deutschen Volkes zu sein.
Das alles geht scheinbar an dem Manne vorbei, zumindest spielt er das vor. Er bunkert sich ein, klammert sich fest, will das einmal Erreichte nicht mehr aus der Hand geben. 

Die Maschine selbst läuft nicht mehr und sollte sie nochmals angeworfen werden, bringt sie so gut wie keine Leistung mehr. Von Standfestigkeit also keine Rede: Starrsinn oder Wahrnehmungsdefizit wären Begriffe, welche die jetzige Situation treffender beschreiben.

Ich verspreche jedoch, dass auch ich auf den Begriff Standfestigkeit zurückgreifen werde, sollte sich herausstellen, dass Herr Wulff nur deshalb in seinem Amte ausharrt, um noch ein altes Versprechen einzulösen, welches er bei Amtsantritt abgegeben hat: 

Man müsse über Kürzungen bei Lohn und Rente des Bundespräsidenten über die Bücher gehen, nachdenken. Diese Rente liegt derzeit bei rund 200 000 € lebenslang und nach dem Rücktritt Köhlers dachte Herr Wulff wohl über eine Reduktion nach...

Vielleicht will er ja wirklich nur dieses Versprechen einlösen und tritt dann sofort strahlend zurück...


1 Kommentar:

  1. Wulff ist eine Schande für Deutschland!!!!!!!
    Wieder ein Griff mehr,der ins Klo ging!

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