Montag, 20. Februar 2012

EU-Griechenland: Was bringt die Rettung? Tod auf Raten?

Heute ist wieder mal ein Schicksalstag für Griechenland. Es gibt eine Nachtsitzung und verschiedenen Quellen zufolge, soll die nächste Tranche EU-Hilfsgelder freigegeben werden. Vorbedingungen waren radikale Lohnschnitte, Rentenkürzungen und ein Schuldenschnitt bei den Privatinvestoren und Banken, der aber noch immer im Detail nicht feststeht.

Trotz all dieser Massnahmen hat die Troika letzte Woche bestätigt, dass ihre Prognose, wonach Griechenlands Staatsverschuldung  im Jahre 2020 dank dieser Zäsuren nur noch 120% vom BIP betragen werde, nicht gehalten werden könne, immer noch nahe bei 130% und damit auf nicht refinanzierbarem Fundament fusse. Dies wiederum hat noch am Donnerstag zu Spekulationen geführt, innerhalb der U-Kommissionen liege für Griechenland das Pleite-Szenario näher als die Freigabe der nächsten Rettungstranche. Bericht aus dem Spiegel  vom 17.2.2012

Nun scheint der Wind (aus politischen Gründen?) wieder gedreht zu haben. Entgegen aller Warnungen von Finanzfachleuten und IWF, will man erneut Gelder lockermachen, wohl um zu Hause keinen zu grossen politischen Flurschaden anzurichten. Es scheint einfacher, Griechenland mit nicht enden wollenden populistischen Sprüchen zu härteren Sparmassnahmen aufzufordern, obwohl  für die normale Bevölkerung das Ende der Fahnenstange offensichtlich erreicht ist. Die Lüge vom Schlaraffenland.

Also findet man Durchhalteparolen für den Kurs Merkel, wonach eine Pleite Griechenlands viel teurer wäre als eine oder zwei neue Kredittranchen. Eine politische Argumentation, welcher Finanzfachleute widersprechen und auch der IWF nimmt mit seinem Entscheid, deutlich weniger in Griechenland zu investieren, eine klar gegenteilige Position ein.

Dazu kommt, dass die Folgen der erst langsam greifenden Sparmassnahmen dauernd negativ korrigiert werden müssen, was auch der Troika zum Verhängnis geworden ist. Ihr vor 1 Jahr vorgelegter Plan muss klar als gescheitert bezeichnet werden. 

Es ist also nicht verwunderlich, wenn Griechenland brennt, denn dieser Plan bietet der griechischen Bevölkerung keinerlei Perspektive, inwischen dahingehend bestätigt, dass die Gesundung nicht bis 2020, sondern frühestens bis 2030 möglich sei... Dem steht eine Pleite gegenüber, grosser Knall und Verluste für die Banken und  Anleger, welche auf hochzverzinsliche Papiere spekuliert haben, dann kommt die Drachme, welche sich wertmässig irgendwo einpegeln wird, mehr Inlandkonsum und weniger Import und so könnte sich das Land innert weniger Jahre aufrappeln.

Griechenland ist ein Warnfeuer, die grossen Demos in Spanien am Wochenende sollten den EU-Verantwortlichen in aller Deutlichkeit klar machen, dass Regierungen letztlich an ihr Volk gebunden und nicht gegen das eigene Volk gerichtet handeln können. Wer diese Warnungen nicht ernst nimmt, könnte schneller als ihm lieb ist, die EU auf dem Scheiterhaufen verglühen sehen, was weiter wohl auch keinen Weltuntergang bedeuten würde....

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