Sonntag, 11. November 2012

Griechenland-Portugal: Wo liegt der Unterschied ?

Quelle ezb

Es ist wieder mal Zeit, sich an der europäischen Restrukturierungsfront etwas umzusehen. Dabei lohnt es sich, die beiden Länder Griechenland und Portugal heraus zu pflücken:

Portugal: Als Musterknabe in Sachen Sparbemühungen und Budgetreformen gelobt, kommt nicht richtig vom Fleck. Weiterhin schlechte Wirtschaftsdaten, der erwartete Umschwung hat noch nicht eingesetzt, im Gegenteil, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftswachstum laufen in die verkehrte Richtung.

Griechenland: Hangelt sich seit drei Jahren von Kredittranche zu Tranche, stets mit der Drohung konfrontiert, die Gelder würden eingefroren und ebenso regelmässig in letzter Minute als doch Kredit würdig bezeichnet. Sämtliche bisher gezeichneten Szenarien müssen nachkorrigiert werden und zwar nach unten, mehr Schulden, kein Wachstum, höhere Arbeitslosigkeit, längere Tilgungsfristen und über allem: Muss eventuell doch ein Schuldenschnitt durchgeführt werden, um überhaupt wieder eine Perspektive zu sehen?

Hier also der Musterschüler, daneben der Problemschüler. Der eine läuft motiviert ins Polit- und Sozialfiasko, der andere nur widerstrebend. Ansonsten sind keine wesentlichen Unterschiede auszumachen.

In beiden Ländern ist die Bevölkerung auf den Beinen, Generalstreiks und das Volk wünscht sich ihre Regierung irgendwohin, aber raus aus der Regierungsverantwortung.

Nun bleibt abzuwarten, ob EU und Troika den Mut haben, per Ende Jahr einen Fortschrittsbericht (oder doch eher ein Rückschrittsbericht?) ihrer Süd-Sorgenkinder zu veröffentlichen. Noch viel spannender wird das Kapitel  „weiteres Vorgehen“ sein. Wie kommt man aus diesem Schlamassel raus?

Könnte ein anderes Szenario viel Erfolg versprechender sein? Deutschland verlässt EU-Raum... Nicht wenige Kritiker meinen, damit wäre das Gleichgewicht innerhalb der EU wieder her gestellt. Interessanter Gedanke, nicht wahr?

Kommentare:

  1. Hallo Walter,

    ich folge Deiner Schilderung, bis auf den letzten Absatz: Deutschland darf und wird den EU-Raum niemals verlassen (Römische Verträge). Oder glaubst Du im Ernst, wir könnten wie neuerdings England mit einer "spendid isolation" umgehen?
    Hatten wir schon einmal. Dabei sollte es bleiben.

    Ich vermute, Du meinst den EURO-Raum.

    Herzliche Grüße aus Wiesbaden
    Eberhard

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  2. Danke für den Hinweis, ja, gemeint ist der Euro.

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