Mittwoch, 18. April 2012

Oslo Breivik : Die Sache mit den Gutachte(r)n


Etwas, was mich seit Jahren stört, ist die Tatsache, dass auch Gerichte die Tendenz haben, die Beurteilung der Persönlichkeit eines Täters nach einer schlimmen Tat auszulagern und den Befund anschliessend in das Gerichtsurteil einfliessen zu lassen.

Es sind also zwei Instanzen, welche letztlich verantwortlich dafür sind, ob ein Mörder für diese Tat durch die Justiz zur Verantwortung gezogen wird, oder aber, ob die eigentlich vorgesehene Strafe nur zum Teil abgesessen und dann in eine Therapie umgewandelt wird.

Was in der Theorie logisch klingt, erscheint in der Praxis immer wieder problematisch. Einerseits gibt es eine lange Reihe von Fehlbeurteilungen in der Persönlichkeit der Täter, respektive bezüglich Therapiefortschritt. Dies führt dann zu oft noch schlimmeren Wiederholungstaten, was natürlich in der Öffentlichkeit für Entrüstung sorgt.

Derselbe Täter, zwei Gutachten, zwei verschiedene Ergebnisse Und nun?

Mittwoch, 11. April 2012

Türkische Nahostpolitik: Wie weiter?


Aussenminister Ahmet Davutoğlu

Mit einiger Besorgnis hat die Türkei die Entwicklungen der vergangenen Wochen und Tage zur Kenntnis nehmen müssen. Die Ereignisse in Syrien und die Rolle, welche die Türkei, aber auch die internationale Gemeinschaft dabei spielt, zeigen auf, dass die Türkei ihre Aussenpolitik im Nahen Osten neu definieren muss, sofern es überhaupt noch was zu definieren gibt.

Die neue Nahostpolitik, die intensiveren Beziehungen zu Russland, das Näherrücken an den Iran als Alternative zur früheren Ausrichtung auf den EU-Raum ist ein Produkt des jetzigen Aussenministers Davutoglu. Angefangen hat diese Umorientierung mit verschiedenen Wirtschafts- und Freizügigkeitsabkommen, deren Ziel es unter anderem war, die Wirtschaftsbeziehungen zu vertiefen und das türkische Wirtschaftswachstum zu fördern.

Dienstag, 10. April 2012

Grass? Krass!!

Was war das für eine Osterwoche! Ein Text, bruchstückhafte Gedanken, welche viel Interpretationsspielraum offen lassen und im Kerne die politische Kritik an einer U-Boot-Lieferung Deutschlands an Israel und die Gefahr eines Erstschlages der Nuklearmacht Israel gegen die (noch nicht erwiesene) Nuklearmacht Iran mit nicht absehbaren Folgen beinhaltet. Liegt Grass sachlich richtig, oder schätzt er die Realitäten falsch ein? Darüber kann debattiert werden. Weshalb meldet er sich jetzt? Aus aktuellem Anlass der U-Boot-Lieferung oder bringt er sich ins Gespräch, weil demnächst etwas Neues von ihm publiziert werden könnte? 

In einem Interview mit den Tagesthemen beschwerte sich Grass zudem über die Gleichschaltung der Medien, der Kritik, welche ihm entgegen schlug und dabei vorwiegend die Schwerpunkte Antisemitismus und SS-Vergangenheit beinhaltete.

Einige Kritiken habe ich gelesen. Wirklich interessant, das,was da ein Herr Broder an Hasstiraden (oder kann man das anders nennen?) in der Welt auffährt oder der Literaturpapst persönlich im Interview äussert, lässt aufhorchen und zeigt zugleich auf, mit welchen Dogmen der deutsch-israelische Dialog belastet war, ist und es möglicherweise noch längerfristig bleiben wird.

Montag, 9. April 2012

Türkei: Bei aller Politik - da sind auch noch Menschen

In Ur-Europa wird ja in Sachen Türkei recht absolut und teilweise auch pauschal gestritten und diskutiert. Es würde hier und vor allem an einem Ostermontag zu weit führen, eine Abhandlung über die Vielfalt der Kulturen und Volksgruppen der Türkei zu schreiben, zumal auch darüber vielfach erneut eine erbitterte Diskussion ausbricht.

So möchte ich in meinem heutigen Beitrag eigentlich zwei Videos in den Vordergrund stellen. Beide stammen aus dem Orte Uludere, ein kurdisches Dorf, nahe an der irakischen Grenze und seit einigen Monaten in den Schlagzeilen, weil die Armee bei einem Lufangriff 34 Schmuggler aus einem Dorf getötet hat, dies in der Meinung, es handle sich um Terroristen. Viel ist dazu seither geschrieben worden, wer sich interessiert, wird hier fündig.