Sonntag, 8. September 2013

Olympische Spiele: Tokio, nicht Istanbul

Aufmacher Hürriyet
Zum fünften Male in Folge scheitert die Stadt Istanbul mit einer Bewerbung als Olympia-Stadt. Entsprechend ist die Enttäuschung, vor allem bei den Politikern. In der Bevölkerung selbst gab es eigentlich im Vorfeld wenig Reaktionen, da gibt es zu viele Alltagsprobleme, welche ihre Spuren hinterlassen.  Auch vor der Live-Wand in Istanbul, wo man die Ergebnisse erwartete, waren zumindest  50% Medien Schaffende versammelt.

Nun ist es also Tokio geworden und entsprechend enttäuscht titeln die Massenblätter. "Es hat wieder nicht geklappt!" Dabei hatte man schon alles so blumig dargestellt. Hier Bilder der projektierten Anlagen. 

Wenn man die Leserbriefspalten etwas durchschaut, sind die Meinungen sehr durchzogen. 

- Wir brauchen das nicht, dieses Geld sollte gescheiter in Infrastrukturen in den Provinzen  aufgewendet werden.

- Schuld ist die AKP mit ihrer Politik der letzten Monate. Sportler fürchten undemokratische Staaten.

- Tokio hat gewonnen, Gratulationen.

- Bis zum nächsten Termin lebe ich nicht mehr, also interessiert es mich nicht mehr

- Essen wir wieder einige Öfen voller Brot, bis zur nächsten Chance.

NOCH fehlen die Vorwürfe in Richtung religiös begründet (man will kein muslimisches Land, aber abwarten) und andere Beschuldigungen überlässt man den Spaniern. Diese waren ja mit 26 Stimmen punktgleich mit Istanbul und es brauchte eine Stichwahl, wer nun ausscheiden würde.  Andere Stimmen wiederum lauten: Europa hat uns verkauft, dies weil nicht alle europäischen Stimmen nach Istanbul geflossen sind... Man übersieht, dass sehr viele Stimmen auf die Stadt am Bosporus fielen.

Erdogan muss sich fragen lassen, ob es wirklich sinnvoll war, die Schlusspräsentation derart extrem durch politische Vertreter der Türkei durchzuziehen. Ich meine, dass das nicht sehr produktiv war. Andererseits, es fehlen Sportler von Weltrang, welche diese Aufgabe hätten wahr nehmen können und diejenige, welche da waren (Gewichtheber, Leichtathletik Damen) muss man wegen Dopingmissbrauchs eher hinter dem Vorhang halten...  Erdogan hat hoch gepokert und verloren. Wären die Spiele Istanbul zugeschlagen worden, so hätte er dies natürlich politisch voll als persönlichen Verdienst gewertet.

So bleibt ihm jetzt nur der Aufruf: "Wir waren im Finale, das war ein riesiger Erfolg. Vielleicht waren unsere Hoffnungen zu gross. Jetzt ist es unser Ziel, an den kommenden Spielen noch mehr Medaillen zu sammeln und damit an Gewicht für unsere nächste Bewerbung zu gewinnen."

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