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Syrien: Die Strafaktion

Seit Wochen läuft eine Debatte über einen Gifteinsatz in Syrien, dem Hunderte, wenn nicht über tausend Menschen zum Opfer gefallen sind. Eifrig wird debattiert, wer der Urheber sein könnte. Aus Sicht der USA gibt es Erkenntnisse, dass dieser Anschlag klar von der Regierung ausgeführt wurde.
Andere Kommentatoren halten dagegen. Sie sind der Auffassung, der Elan der Opposition sei erlahmt,  das Blatt habe sich zu Gunsten von Assad gewendet und es sei völlig unlogisch, dass dieser genau in dieser Situation zu Giftgas greife und sich damit international in die Nesseln setze.

Egal: Die Meinung ist gemacht und somit ist die viel beschworene "Rote Linie überschritten". Nun geht es also um Maßnahmen und dafür scheinen die USA verantwortlich:

  • Es soll eine befristete Aktion ohne Bodentruppen stattfinden
  • Es soll sich um eine Strafaktion für den Giftgasanschlag handeln.
  • Es ist nicht das Ziel, Assad aus dem Verkehr zu ziehen
  • Allerdings will man die Regierung schwächen.
Darüber wird seit zwei Wochen debattiert und je näher der Zeitpunkt der Entscheidung kommt, desto brüchiger wird die Allianz - auch innerhalb der USA. Wenn Obama also Entscheidungskraft beweisen will, wird er in dieselbe Situation geraten wie Bush im Irak-Krieg, indem er ohne breite internationale Deckung, vor allem jedoch ohne UNO-Mandat einen Angriff startet und damit eine neue internationale Krise heraufbeschwört.
Daneben haben sowohl G8 wie G-20 getagt. Lohnt es sich, angesichts der Ergebnisse und Hintergrundsberichte, weitere Worte zu verlieren?

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