MSH: Die Märchenstunde rund um die Gelbe Tonne - nur noch peinlich. 1/2

 Seit Jahresbeginn findet im Landkreis  Mansfeld-Südharz die Umstellung vom gelben Sack auf die gelbe Tonne statt. Vergleicht man die Diskussionen und Infos im Vorfeld und die Situation, wie sie heute ist, reibt man sich ungläubig die Augen. Welcher gute Geist hat uns denn letztendlich 120 l - Tonnen bei einmonatiger Leerung beschert?

Rückblende:

Abfallwirtschaft und Kreistag haben sich 2024 ausführlich mit dem Thema gelber Sack/gelbe Tonne befasst. Interessierte können den gesamten Meinungsbildungsprozess hier verfolgen.    Letztendlich hat der Kreistag die folgende "Systemfestlegung" beschlossen:  

Ab Oktober 2025 ging es dann darum, die beschlossenen Neuigkeiten zu kommunizieren.  Die MZ berichtete über die bevorstehende Einführung:  
"Konkret handelt sich um mehr als 45.000 Gelbe Tonnen, die verteilt werden. – etwa 25.000 Tonnen mit einem Volumen von 120 Litern, sowie 20.000 mit einem von 240 Litern. Welche Behältergröße ein Haushalt braucht, richtet sich nach der Anzahl der dort lebenden Menschen. So wird ab drei Personen mit einer 240-Liter-Tonne kalkuliert,"

In den Leserspalten wurde von Beginn weg die monatliche Leerung einer 120 l Tonne kritisiert. Diese Diskussion ist die einzige Konstante in der nun folgenden Auflistung:

MZ am 27.11.2025: "Vier Wochen  Abfuhrrhythmus sind derzeit festgelegt"

Die Begründung für 4 Wochen?  

Will heißen, je kleiner die Tonne, um so weniger Fremdmüll. Dass die Tonne jedoch für den regulären und dafür vorgesehenen Müll zu klein sein könnte, nimmt man in Kauf? 

und weiter:


Also in Stein gemeißelt, wie es scheint. Nur: In welchen Landkreisen wird  denn dieses unsägliche System tatsächlich umgesetzt?  

MZ 26.11 .. und jetzt wird es richtig spannend:

Auf Grund zunehmender Kritik wehrt sich zuerst "der Landkreis" und meint:

Was suggeriert man hier? Dem Kreistag war klar, was da auf uns zukommt und er hat sich freiwillig dazu entschieden?  Echt jetzt?  WAS hat es denn auf sich mit diesem Protokollauszug?
Das besagt doch: Entweder diese Vorlage und sonst keine Tonne. Änderungen  VOR der Abstimmung nicht mehr möglich. Weshalb eigentlich? Weil dann nachverhandelt werden müsste?  Und wenn? Wir schreiben zu diesem Zeitpunkt  das Jahr 2024... 

MZ 27.01.2026  Weiter Streit um die gelben Tonnen...

Klar, wer bislang wöchentlich einen gelben Sack Abfall hatte, kommt mit der  zugedachten 120 Liter-Tonne nicht zurecht. Die Antwort "der Verwaltung" ist da nicht gerade hilfreich. 

Aber sowas von DANKE für diese INFO!!!  Will sagen: Wir haben eben erst begonnen und hätten da offensichtlich Korrekturbedarf. Damit müsst ihr jetzt eben 3 Jahre lang  leben, doch bereits 2027 beginnen die Verhandlungen für 2029-32.  Sollte man jetzt applaudieren?

MZ 05.03.2025  Rolle rückwärts...

Nachdem man mit dem Hinweis auf mögliche Ausnahmebewilligungen  bei berechtigten Anliegen Druck aus dem Kessel nehmen wollte, meldete sich der Vertragsnehmer der Abfallwirtschaft. Das ist nicht proZero. Diese Firma scheint als Subunternehmer tätig zu sein. Vertragsunternehmer ist Bellandvision GmbH , sie wiederum ist Tochter des französischen VEOLIA Konzerns. Und von da klingt es wie folgt:

Bellandvision hält das  Konstrukt 120 l - Tonne vierwöchentlich entleert als "auskömmlich" - ohne aber einen einzigen Landkreis zu nennen, in welchem dies so gehandhabt wird. Verwiesen wurde auf Bayern, doch auch da findet sich in den bisherigen Recherchen kein einziger Landkreis.

So schaut es aus:

Sachsen-Anhalt


Bayern: Stichproben

  • Isar-Inn:                  monatlich                Normgröße 240 l
  • Unterallgäu             monatlich                Normgröße 240 l
  • Garmisch                monatlich                Normgröße 240 l   
  • Hof                         14-täglich                Normgröße 240 l          
Landkreise  mit monatlicher Leerung von Normtonnen 120 l  können gerne  als Kommentar eingefügt werden...

Vertragsdauer: Üblicherweise 3 Jahre - also nix da mit 10-jährigen Verträgen... und gleich weiter: 

Burgenlandkreis hätte eine 10-jährige Vereinbarung, deswegen (noch) Tonnenabfuhr alle drei Wochen... Stimmt nicht, der Fall läuft genau umgekehrt. 240 Liter auf 4 Wochen hat sich als problematisch erwiesen  und wurde im Jahre 2021 auf drei Wochen reduziert. Hier nachzulesen.

Betrachtet man diese Recherche als stichhaltig, da jederzeit überprüfbar, so bleibt eigentlich von allen vorgebrachten Argumenten und Behauptungen nichts mehr übrig. Doch:  Ist so, wie es ist,  wird nicht mehr verhandelt und basta. Klingt schon wie eine Drohung.  Ende. 

Im nächsten Beitrag kommt dann eine Bewertung dieses gesamten Vorganges, der inhaltlich absurder nicht sein könnte. Ein Vergnügen, dies darzustellen.. 

...in der Zwischenzeit gilt es, diese Petition von Carina Fracke zu unterschreiben, zu teilen, zu verschicken. Danke.
 

Weshalb schreibe ich das alles? 

Viele Tierhalter monieren, dass ihre Situation überhaupt nicht berücksichtig werde und bei entsprechenden Anträgen nicht oder ablehnend reagiert werde. Wir gehören zu "nicht reagiert!"

Meine Frau und ich sind ein 2-Personen-Haushalt mit 5 Katzen.  Also "Betroffene", denn KI gesteht uns klar eine 240 l- Tonne zu, anders geht es gar nicht... Spannend zu lesen, kann man auch für den eigenen Bedarf ausprobieren.. Erfragt bei Gemini:



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