![]() |
Bildquelle www.ummelden.de |
Noch zehn Tage dauert es, dann werden
wir unser Abendessen nicht mehr in der Türkei, sondern an unserem
neuen Hauptwohnsitz in Sachsen-Anhalt geniessen. Ein Einschnitt, nach
acht Jahren Leben in der Südtürkei, zuerst direkt am herrlichen
Strand von Anamur, die letzten 4 Jahre in einem wunderschönen Dorf,
16 Kilometer hinter Anamur, an prächtiger Aussichtslage auf 600
Metern über Meer. Eine tolle Zeit und gleichzeitig ein nicht zu beziffernder Luxus. Der Umstand, nicht arbeiten zu müssen
und die dadurch entstehende Freizeit mit dem zu füllen, was man
spannend, interessant oder sinnvoll findet, hatte und hat hoffentlich
weiterhin eine besondere Qualität.
Seit gut zwei Wochen bauen wir unseren
Horst zurück, reduzieren ihn auf das, was wir noch benötigen, falls
wir mal Urlaub machen möchten. Das bedeutet auch Trennung von Vielem,
was einem lieb geworden ist. Gleichzeitig wird einem wieder bewusst,
wie viel sich über einige Jahre an Dingen ansammelt, welche man
eigentlich viel früher hätte entsorgen können. Ein Wohnsitzwechsel
ist ja auch immer wieder ein Neuanfang, in unserem Falle so alle 6 -8
Jahre. Wirklich neu ist diese Erfahrung also nicht.
Doch jedes Mal baut sich diese Spannung
auf. Der Kopf,
die Gedanken schwappen von hier nach dort, man hat Mühe, sich dauerhaft auf etwas zu konzentrieren. Hier das Loslassen und damit gleichzeitig das Einlassen auf das Neue, noch weitgehend Unbekannte. Das hinterlässt nicht selten Spuren bis ins vegetative Nervensystem..:-))
die Gedanken schwappen von hier nach dort, man hat Mühe, sich dauerhaft auf etwas zu konzentrieren. Hier das Loslassen und damit gleichzeitig das Einlassen auf das Neue, noch weitgehend Unbekannte. Das hinterlässt nicht selten Spuren bis ins vegetative Nervensystem..:-))
Während unsere Neuanmeldung in
Deutschland in zehn Minuten erledigt war, Autokauf und Umschreiben
des Führerscheins mal abgesehen vom Reiseweg keine Stunde dauerten,
so mühten wir uns hier alleine mit dem Auto-Verkauf und Umschreiben der
Fahrzeugpapiere geschlagene 1 1/2 Tage durch die Bürostuben. Anderes
Land, andere Kultur, andere Bürokratie und in der jetzigen Situation
natürlich klar lästig empfunden.
Nur: Wo in Deutschland kriege ich
auf der Bank Tee oder Kaffee serviert? Genauso auf den Büros der
Verkehrspolizei. Ist doch auch lecker und bei all der Warterei
trifft man noch Bekannte und quatscht hier und dort ein bisschen. Das
alles gehört dann eben zum Alltag.
![]() |
Aussicht bis nach Zypern |
Abends noch hemdärmlig draußen
sitzen, Sonnenuntergang und die Aussicht aufs Meer geniessen. 4 Jahre
lang, dann wird das Außergewöhnliche normal. Weiterhin toll, aber
normal. In Deutschland dann auch eine Terrasse, aber im Dorf,
eingebettet in einer Senke. Sicht zum nächsten Hang, Aussicht gibt
es erst, wenn man von der Senke 500 Meter in den oberen Dorfteil hoch
steigt und von wegen draußen sitzen zu der Jahreszeit....
![]() |
Panorama |
Ein anderes Leben. Hier eine Nation,
an (scheinbar unbegrenztes) Wachstum und nationale Bedeutung glaubend, dort eine Region, bevölkerungsmäßig prognostisch bis
zum Jahre 2050 mehr oder weniger tot gerechnet.
Kontraste also, schon erlebt über 6
Wochen. Nur: „Neuer Lebensabschnitt“ beinhaltet irgendwie eine Zäsur. Die ist hier zweifellos gegeben
In diesem Übergang leuchtet das Projektörchen während
der kommenden zwei Wochen mehr nach innen und lässt die „grosse, weite Welt“ ziemlich
unbeachtet.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen