
Die FDP hat sich wieder mal zu ihrem Traditionstreffen eingefunden und erneut ein mehr als desolates Bild abgegeben. Diesmal (hatten wir das nicht schon einmal?) ging es mehr oder weniger offen um die Personalie des Parteichefs. War es letztes Mal Westerwelle, so ist es diesmal Rösler. FDP - die Partei der Präsidentenfresser? Nein, es geht um mehr.
Wo sind die Inhalte geblieben ?
Das wäre wohl das treffendere Schlagwort. Im Laufe der zehnjährigen Regierungszeit Merkels sind nämlich immer mehr Programmpunkte der FDP durch die CDU besetzt werden. Kann man noch weiter über diese neo liberalen und ausgesprochen wirtschaftsfreundlichen politischen Akzente der CDU hinausschießen, ohne unglaubwürdig zu werden?
Irgendwie erinnert mich die derzeitige Situation der FDP an die Probleme der Kirchen, welche sich nach den 60-er Jahren neu definieren mussten. Hatten sie zuvor noch eine ganz wesentliche soziale Funktion, so wurden im Laufe der folgenden 20 Jahre immer mehr Bereiche (Familie, Fürsorge, Jugendarbeit) "verstaatlicht", sprich institutionalisert. Dies führte zu einer Autoritäts- und Identitätskrise der Kirche.
Im selben Zustand sehe ich heute die FDP. Man verbeißt sich in Schlagworte wie liberal, freiheitlich, ohne diese realpolitisch glaubwürdig mit Inhalten füllen zu können.
So entsteht innerparteilich die unangenehme Situation, dass die jeweiligen Parteivorsitzenden letztlich der Baum sind, an welchem sich alle reiben, ohne dass jedoch eine wesentliche Veränderung eintritt. Irgendwo muss man einfach den Frust ablassen.
Kann es sein, dass die FDP inhaltlich ausgedient hat?
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