Dienstag, 26. Juni 2012

Türkei Artenschutz: Am Beispiel Anamur (2)


Manchmal sind Bilder das bessere Kommunikationsmittel. Hier Aufnahmen vom Juni 2012:


Dieses erste Bild ist eine Übersichtskarte, auf welcher der rund 13 Kilometer lange Strand,  in Sektoren aufgeteilt, dargestellt ist. 2008 betrug die Gelegezahl am gesamten Strande 808 Gelege, aus welchen tatsächlich auch junge Karettschildkröten geschlüpft sind. 

Die nun folgenden Aufnahmen stammen aus dem rot gerahmten Ausschnitt.
Hier hat die Gemeinde insgesamt 15 Buffets errichtet und vermietet diese. Während die Buffets selbst nicht unbedingt problematisch sind, erweist sich jedoch die Tatsache, dass jeder Buffetbesitzer zudem rund 150 Meter Strand mit Liegebetten und Sonnenschirmen vollpflanzt, unter dem Gesichtspunkt des Artenschutzes als katastrophal. Betten und Schirme bleiben Tag und Nacht stehen.  Hier werden Legestrände zerstört.

Direkt am Legestrand


Buffet-Insel im Legestrand...

...davor die Liegebetten

..klar, dass auch diese Sonnenschirme Tag und Nacht hier sind..

Schattenplätze im Legestrand..

Diese Tafel des Umweltministeriums zeigt den gesetzlich vorgeschriebenen Abstand (60 Meter) zum Legestrand an.

Zu erwähnen ist, dass da also zum Einen Info-Tafeln der staatlichen Umweltbehörde stehen, welche genau das verbieten, was hier grossflächig praktiziert wird. Niemand fühlt sich für die Umsetzung dieser Artenschutzgesetze zuständig oder verantwortlich, obwohl das Ausführungsgesetz  die Gemeinden und und das Landratsamt als zuständig und verantwortlich erklärt. 

Realität im Falle Anamurs: Es ist ausgerechnet die Gemeinde, welche diese Buffets installiert und zuschaut, wie der Legestrand zweckentfremdet wird. Trotz aller Tafeln: Von Artenschutz kann man hier nicht sprechen, das Gegenteil ist der Fall. Weitere Bilder

Im Falle Anamurs kommt hinzu: Es handelt sich nicht um einen kleinen Legestrand, sondern um den Strand mit der türkeiweit absolut höchsten Legedichte/km und  der höchsten Gelegezahl neben Belek. Dieser Status wird nun wegen der  geschilderten Entwicklungen akut gefährdet - aktiv herbeigeführt durch die lokalen Behörden und alles neben den Informationstafeln der staatlichen Umweltbehörden. Grotesk!!!

"Wie sähe wirklicher Artenschutz für die Meeresschildkröten aus?", wird das Thema des nächsten Beitrages sein.




Kommentare:

  1. Die Zahl der Neste zeigen für mich eindeutig in den roten bereich bereits viel niedriger sind als neben bereiche!!wie ist die Lage dort?Adnan

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    1. Ja, die Gelegezahlen waren 2008 schon tiefer. Inzwischen findet man im roten Bereich vielleicht total noch 50 Gelege. Genaue Zahlen habe ich derzeit nicht zur Hand...

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