Mittwoch, 5. September 2012

US-Parteitage: Potential für eine Soap

Letzte und diese Woche fanden die so genannten Nominierungskongresse der beiden grossen Parteien in den USA statt. Den Anfang machten die Republikaner, nun sind die Demokraten dran. Eigentlich geht es um eine Formalität: Es wird beschlossen, was schon längst beschlossene Sache ist. Wer wird die jeweiligen Parteien bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen vertreten? 

In einem mehrtägigen Spektakel in eigens her gerichteten Hallen wird dieses Ereignis mit einem Millionenbudget zelebriert. Anwesend sind tausende von Delegierten und sie alle sind eigentlich Kulisse für etwas viel Wichtigeres:
Von hier aus geht die Botschaft an Amerika "Seht, da ist unser Mann und dessen Stellvertreter". Während drei Tagen berichten die Medien vollumfänglich über diese Party, auch über den "Ladys Day", das ist der Abend, an welchem die Gattinnen ihren Mann in rührseligen Reden über den Klee loben und tags darauf in Blitzumfragen geprüft wird, ob die gewünschte Wirkung messbar ist. Dann liest man Titel wie: Die First Lady verzückt  Amerika. Ist doch schön, nicht?

Ich stelle mir vor: In der Schweiz oder in Deutschland treten die Ehepartner eines Bundesrates vor die Medien und geben Wahlempfehlungen im Sinne von  "stehen wir alle zusammen, er braucht nochmals vier Jahre"  ab. Oder Herr Merkel erklärt in der heissen Phase der Bundestagswahl: "Ich habe meine Frau erst richtig lieben gelernt, seit sie dieses Amt inne hat." Wie käme das wohl an bei uns?....

Andere Länder, andere Sitten. In den USA zieht das und ist durchaus ausbaufähig: Wie wäre es mit Gross- und Schwiegermüttern, welche das Image weiter aufpolieren? Wie mit einem entfernt verarmten  Verwandten, um auch angesichts von Wahlkampfbudgets von mehreren hundert Millionen Dollar die Nähe zu den sozial Benachteiligten herzustellen, generell: Soziale Vernetzung in alle Gesellschaftsschichten nachzuweisen?

So gesehen sind die Kandidaten eigentlich gar nicht mehr wichtig: Ihr Umfeld ist es - und viel viel Geld. Der ehemalige Nobelpreisträger, der Pop-Star, der Prediger, die Dunkelhäutigen, Gelbhäutigen, Weisshäutigen...  Sie sind es, welche die Wählerschichten und harte Währung mobilisieren. Braucht man in Zukunft an solchen Monsteranlässen die Kandidaten gar nicht mehr? Könnte man nicht andere für sie sprechen lassen? War nur so ein Gedanke...

Mmmhh.. und wie schaut es eigentlich aus mit all diesen Gruppen, wenn dann der Kanditat erfolgreich gewählt wurde und seines Amtes zu walten beginnt? Deswegen Soap.

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