Dienstag, 14. Februar 2012

Schule: Lehrermangel in Europa - Keine Überraschung!

Die EU warnt vor einem sich verschärfenden Lehrermangel in Europa. Angesichts des teilweise krass überalterten Lehrkörpers keine wirkliche Neuigkeit. Wer sich ein wenig im System auskennt, kann diesen Trend schon seit über zehn Jahren verfolgen. Trotzdem scheint es nicht zu gelingen, diese Lücken zu füllen. Bereits jetzt finden riesige Lehrerwanderungen innerhalb von Europa statt, indem junge Lehrkräfte ihre Arbeitsstellen nach finanziellen Kriterien und sozialen Rahmenfaktoren auswählen. Während man dort die Lücken noch zu füllen vermag, schauen weniger bevorzugte Regionen in die Röhre. Ein ganz einfaches Beispiel: Vermögende Kantone in der Schweiz ködern Lehrkräfte mit sehr hohen Anfangslöhnen. Da dies alleine noch nicht reicht, streckt man die Fühler ins deutsch sprachige Ausland, mit Erfolg. Nur fehlen diese Lehrkräfte dann dort..

Ein gesellschaftliches Problem?
Vielleicht sollte man sich dieses Themas etwas vertiefter annehmen. Welches sind denn die wirklichen Gründe, dass immer weniger Leute sich zu einer Lehrerausbildung entschliessen? Am Lohn und am Urlaub kann es nicht liegen.

Sonntag, 12. Februar 2012

Türkei: Rätseln um Erdoğans Gesundheitszustand


Überraschend hat sich Ministerpräsident Erdogan am Freitag erneut einer Operation unterziehen müssen, welche rund 30 Minuten gedauert haben soll. Nachdem türkische Medien darüber berichtet haben, sah sich das  Präsidialamt genötigt, dazu Stellung zu nehmen. Die Operation stehe im Zusammenhang mit der der grösseren Operation vor zwei Monaten, anlässlich derer Erdogan ein Teil des Darmes entfernt und auf bösaertigen Tumor hin untersucht wurde. Der Befund war negativ, keine Besorgnis.


Die Tatsache, dass diese Operation jedoch nicht im Voraus angekündigt wurde, lässt viele daran zweifeln, dass sie als "Folgeoperation" schon länger geplant worden ist und so tauchen natürlich erneut viele Spekulationen bezüglich des aktuellen Gesundheitszustandes auf.

Laut offizieller Pressemitteilung soll Erdoğan ab Mittwoch  seine Aufgaben wieder vollumfänglich wahrnehmen.

Whithney Houston: Das nächste Opfer

Der Starrummel hat sein nächstes Opfer gefordert. Whithney Houston, Superstar der 80-er und 90-er Jahre, eine Megastimme und Megaerfolge. Lange schwamm sie auf dieser Welle, bis dann die üblichen Probleme, welche ein extensives Party-Leben mit sich bringen, auch bei ihr sichtbar wurden. Fragwürdige Beziehungen, Alkohol, Drogen. Der normale Kick des Lebens reichte nicht mehr, um auf diesem Niveau vor sich selbst erfolgreich zu bleiben.

Was folgte, waren Absturz und mehrfach Comeback-Versuche, wobei sie nur noch ein Schatten ihrer selbst  und offensichtlich auch nicht mehr in der Lage war, in diesem Termin-Karussell mitzuhalten. Zu oft mussten Termine abgesagt werden.

Bezeichnend für diese Generation der New-Black-Stars. Sie sind bereits in diesem Umfeld aufgewachsen und kannten nie was Anderes. Ihre Mutter war da schon drin und ihre Cousinen Dee Dee Warwick und Dionne Warwick sind ebenfalls feste Grössen im Business.

Schade, dass solche Diamanten in so kurzer Zeit verglühen. Gerne hätte ich noch viele weitere kraftvolle, stimmungsvolle Songs von ihr gehört und mit 48 Jahren wäre dies zweifellos noch lange möglich gewesen. Stattdessen stirbt eine solche begnadete Künstlerin einsam im Hotelzimmer. Ausgebrannt. Traurig.


Samstag, 11. Februar 2012

Costa Concordia: Von wegen professionell handelnder Besatzung!

Hier die Stellungnahme der Reederei Costa in den ersten Tagen nach dem Schiffsunglück. Beschuldigt wurde der Kapitän, gelobt hat man die Besatzung. Auszug aus der offiziellen Presseerklärung:
Uns erreichen ständig weitere Einzelheiten über das Unglück und die Evakuierung. Diese lassen erkennen, dass die Crew der “Costa Concordia” umsichtig gehandelt und alles getan hat, um den über 4.000 Menschen in dieser äußerst schwierigen Lage zu unterstützen. Wir danken der Crew für ihren mutigen Einsatz.
Es wäre interessant, in den kommenden Tagen von der Reederei auch eine Presseerklärung zu folgendem Video zu erhalten und zu hören, ob dieses Durcheinander sich mit dem deckt, was Costa in den Rettungsdispositiven vorsieht. Dabei geht es nicht mehr einfach um den Kapitän, wie der folgende Film  zeigt.


Türkei: Verantwortlicher Untersuchungsrichter abberufen

Heute nachmittag wurde bekannt, dass der Untersuchungsrichter, welcher die Einvernahme von MIT-Führungsleuten veranlasst hatte, von seinem Amte entbunden wurde. Zwei neue Untersuchungsrichter werden nun die so genannten KCK-Ermittlungen weiterführen.

Dieser Entscheid wurde vom zweiten Istanbuler Chef-Untersuchungsrichter gefällt, auch er eine Person mit "Sondervollmachten", welche nun nach dem neuen vorliegenden Gesetzesentwurf beschnitten werden sollen.

Der betroffene Untersuchungsrichter Sadrettin Sarikaya erklärt, er habe von seiner Absetzung aus den Medien erfahren. Hintergründe dazu im vorangegangen Beitrag.

Türkei: Neuer Angriff auf die Regierung Erdogan ?



Diese Woche war in der Türkei geprägt von einer neuen Welle von Verhaftungen und Einvernahmen. Dies lief vor allem unter dem Vorwurf mit dem Kürzel KCK, Bildung einer kurdischen Gemeinschafts-Verwaltung.

Seit drei Tagen finden sich unter den Vorgeladenen auch die Spitzen des Geheimdienstes MIT, darunter der im Jahre 2010 von der Regierung ernannte Geheimdienstchef....... . Dieser weigert sich, vor dem Sonderstaatsanwalt Sadrettin Sarıkaya, welcher diese Untersuchungen leitet, auszusagen.Vorwurf: Konspiration, Kooperation mit terroristischen Vereinigungen, Fehlverhalten, indem nicht reagiert worden sei, wo hätte reagiert werden müssen. Dies die allgemein gehaltenen Anklagepunkte. Inzwischen hat der Untersicherungsrichter die Verhaftung dieser Leute angeordnet.

Worum geht es? Seit 2009 führt

Donnerstag, 9. Februar 2012

Griechenland: Zu Tode sparen..

Die letzte Nacht war wieder mal eine der vielen Stunden der Wahrheit, ohne dass eine wirkliche Wahrheit herausgekommen wäre. Erstaunlich ist dies nicht, denn was derzeit an Sparprogrammen ansteht, ist zu wenig zum Leben, vielleicht noch zuviel zum Sterben.

Griechenland mit einem BIP von gut 330 Mia € (2009) soll alleine in diesem Jahr die Ausgaben um 3,3 Mia. runterfahren. Dies ist geplant in Form von Rentenkürzungen in Höhe von 300 Mio € und neuen Mindestlöhnen von 586 € brutto, eine Reduktion von 22%.  Ausserdem soll der Staat in diesem Jahr 15 000 Stellen herunterfahren. Dies in einem Lande mit hunderten von Inseln und lediglich 10 Mio Einwohnern.

Nach den bereits durchgeführten Sparmassnahmen der letzten  zwei Jahre, der bereits stattgefundenen Erhöhung verschiedenen Steuer- und Versicherungsprämien, dürften die Griechen innerhalb von 2 Jahren mindestens 30% weniger Geld im Familienhaushaltsbudget vorfinden.

Dienstag, 7. Februar 2012

Costa Concordia: Die gefährlichen Routen der Kreuzfahrtschiffe

Kaum ein Tag vergeht, an welchem nicht über neue Enthüllungen im Falle der Concordia berichtet wird. Es ist in dem Sinne erschreckend, weil alle, welche schon am Mittelmeer Urlaub gemacht und sich von einem vor Selbstvertrauen strotzenden jungen Fischer in dessen Boot irgendwohin manövrieren liessen, derzeit den Eindruck kriegen, zwischen Concordia und dem Fischerboot bestehe nur ein unwesentlicher Unterschied, was den Kapitän betrifft.

Während der Fischer sein Boot wegen eines wagemutigen Manövers an einen Felsen setzt oder am Strande zerlegt, geht es im Falle der Kreuzfahrtgiganten jedoch um Tausende von Menschenleben und Sachwerten, welche bei rund einer halben Milliarde € liegen.

Diese Kolosse wollen gefüllt sein und zugleich verfügen sie eine ungeheure Anziehungskraft für all jene, welche nicht an Bord sind. Im Bestreben, tausende von Zimmern zu füllen, muss man was bieten, was über das gewöhnliche Reisen auf dem Meer hinausgeht. Verneigungen, zum Beispiel: So nahe wie möglich an einer Insel oder einem Hafen vorbeifahren und dies mit gewaltigem Gehupe.. Freude an Bord und zu Lande...

Nun will niemand etwas davon gewusst haben, dass diese waghalsigen Manöver schon längst praktiziert werden. Dabei sind hier mindestens zwei massgebliche Verantwortliche auszumachen, welche schon längst hätten reagieren sollen, diese Unart hätten verbieten müssen.

Samstag, 4. Februar 2012

Obdachlose: Die Kälte bringt es an den Tag


Die Kälte, welche von Osten und Norden her über Europa hereingefallen ist, führt uns etwas vor Augen, was üblicherweise locker verdrängt werden kann: Auch in unserer Gesellschaft leben Menschen ohne ein Dach über dem Kopf wie herrenlose Hunde auf der Strasse. Letztere werden eingesammelt und kommen in ein Tierheim..., von wo man hofft, die Tiere weitervermitteln zu können. Bei „den Obdachlosen“ sind es jeweils die Kälte und die damit verbundenen Todesfälle, welche uns dieses Problem ins Bewusstsein bringt.

Es wäre zu einfach, diese Menschen einfach als asozial und „die wollen es ja nicht anders“ etc. abzustempeln. Die Zeiten haben sich geändert. Heute findet man unter diesen Obdachlosen Personen mit guten Berufsabschlüssen, welche in einem bestimmten Moment ihres Lebens arg gebeutelt  wurden und dann die Kurve nicht mehr gekriegt, sich mangels Perspektive teilweise auch aufgegeben haben. Seit Jahren leben sie auf der Gasse. Keiner macht dies freiwillig und hätte er die Wahl und die finanziellen Möglichkeiten, würde sich jeder ein Zimmer mieten, so er denn eines bekäme.

Nur, er hat nichts zu erwarten. Denn zuerst soll er sich mal äusserlich so herrichten,

Freitag, 3. Februar 2012

ZDF und Rudi Assauer: Der Trailer des Trailers über den Trailer...


Eine bekannte Persönlichkeit bekennt sich öffentlich zu einer Erkrankung, welche in unserer Gesellschaft eher tabuisiert wird. Alzheimer. Das langsame Vergessen und Eintauchen in die Nacht, mit nichts aufzuhalten. Der Betroffene: Rudi Assauer, der seit zwei Jahren mit dieser Diagnose lebt und für sich und andere versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Er hat dem ZDF während eines Jahres Einblick in sein Leben gegeben, daraus ist eine Reportage entstanden. Zeitgleich kommt sein Buch über den Umgang mit dieser Krankheit in den Verkauf . Das alles ist bemerkenswert und verlangt Respekt vor dem, der sich dazu bekennt.

Weniger respektvoll erscheint mir die marktschreierische Art des ZDF, welches kaum ein Sendegefäss auslässt, um für seine Exklusiv-Reportagen zu werben, gespickt mit dem Hinweis, sein wohl letzter Auftritt in einem Fernsehstudio. Dies wiederum geschieht nicht in Form von Einblendungen oder einer kurzen Ansage, sondern Flächen deckend im Vorabendprogramm mittels Backstage-Story von der Backstage-Story der Story. Geschmacklos und lästig.

Via Tagesschau, hallo Deutschland und Leute heute gleich drei Storys in einer Stunde in welchen auf die morgendliche Sendung Volle Kanne mit Rudi Assauer hingewiesen wird, garniert mit Filmausschnitten und kommentiert mit dem typisch oberflächlichen „ach was sind wir betroffen“ Leute-Heute-Slang. Boulevardmässig. Ja ja, man will Quoten bolzen und diese „Story“ ist geeignet.. Und sicherlich werden wir heute abend gleich wieder bestrahlt, diesmal mit Filmchen über die Ausstrahlung von heute morgen. Wie war das? Eine Schlagzeile mag sich drei bis fünf Tage vorne halten, dann ist sie ausgelutscht. Kompliment: Hier habt ihr das innert drei Tagen erreicht.

Sicherlich hatte die Reporterin, welche Rudi Assauer über ein Jahr begleiten konnte, mehr Feingefühl. Bestimmt ist dieses Filmdokument sehenswert und wird dem Patienten gerecht. Die PR für dieses Produkt von Seiten des ZDF ist  eine Beleidigung von Herrn Assauer und der verantwortliche Regisseurin, zugleich eine Zumutung für die Zuschauer. Peep-Show-Niveau. Derart ätzend, dass mir eigentlich die Lust, den Film anzuschauen, schon vergangen ist.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Merkels Bittgang in China

Eine symbolkräftige Zusammenkunft in China: Bundeskanzlerin Merkel trifft mit dem chinesischen Premier Wen zusammen und ruft zu einer "engeren wirtschaftlichen" Zusammenarbeit auf, um die Finanzkrise zu beenden. Damit meint sie wohl die Tatsache, dass das Geld, welches derzeit in die EU reingepumpt werden muss, von den eh schon überschuldeten EU-Staaten nicht aufgebracht werden kann. Also sucht man die Kohle dort, wo sie locker sitzt: In China. 

Nur: Die Regeln haben sich geändert. Frau Merkels Forderung ist eine Bitte und das wird deutlich, wenn man Pemier Wen's Antwort liest:

Sein Land sei bereit, sich stärker mit allen Beteiligten abzustimmen, um die Stabilität in der Euro-Zone zu fördern. China sei auch bereit, die Investitionen zwischen Deutschland und China zu erweitern.Allerdings forderte Wen die Europäer zu verstärkten Bemühungen

Montag, 30. Januar 2012

AKW: Fukushima nicht vergessen!

Vor diesem Beitrag habe ich etwas bei google+ zum Stichwort Fukushima gesucht und zu meinem Erstaunen festgestellt, dass dieses Thema praktisch nur noch im englischsprachigen Bereich behandelt wird. Schon sooo weit weg? Dabei wird es jetzt erst richtig interessant. Was haben wir uns doch alles angehört in den Tagen der Krise, was Professionalität und Standards betrifft? Wie wurden wir doch belehrt, dass ein Ausstieg aus der Atomkraft gleich bedeutend mit Wirtschaftschaos und Rezession sei? Wie wurde uns das Handling dieses "Problems" von Lobbisten als unter Kontrolle und ohne weitere Auswirkungen für die Zukunft der Atomkraft geschildert?

Dann schauen wir doch mal, was in letzter Zeit so alles gelaufen und bekannt geworden ist:

Freitag, 27. Januar 2012

Das Problem mit den Exportweltmeistern



Frau Merkel hat anlässlich der Eröffnungsansprache des IWF in Davos darauf hingewiesen, dass Deutschland in Sachen Rettungsschirm und weiteren Zahlungen zurückhaltend bleiben werde, da ansonsten die Nation in finanzielle Schieflage geraten könnte, überfordert werde.

Diese Aussage ist sicherlich richtig und sollte Anlass sein, das zu überdenken, was in den letzten zwanzig Jahren wirtschaftlich abgelaufen ist. Es geht dabei um das Ringen nach wirtschaftlichem Wachstum, globalem Einfluss, Sicherung von Arbeitsplätzen ohne zu fragen, welcher Art diese sein sollten.

Exportweltmeister besagt im Wesentlichen, dass überproportional viele Güter der Inlandproduktion im Ausland verkauft werden. Dafür erhält man Devisen in harter Währung, erzielt also einen Überschuss. Die Abnehmerländer

Mittwoch, 25. Januar 2012

Frankreich, Türkei und nationale Souveränität

Wer derzeit die Auseinandersetzung zwischen der Türkei und Frankreich etwas aufmerksamer verfolgt und gleichzeitig die innenpolitische Entwicklung der Türkei betrachtet, stellt fest, dass da derzeit Dinge ablaufen, welche offenbar nicht mehr unter einen Hut zu bringen sind. Grundlage meiner Gedanken ist die folgende aktuelle Reportage aus der Welt.

Worum ging es beim Entscheid in Frankreich?
Laut eingebrachter Vorlage soll die Leugnung von Genoziden unter Strafe gestellt werden. Leugner müssen nach Annahme des Gesetzes mit Haftstrafen von bis zu einem Jahr und Geldstrafen von bis zu 45 000 € rechnen. Da Frankreich die Deportation der Armenier schon vor Jahren als Genozid eingestuft hat, fällt also auch das Thema Umgang der Jungtürken mit den Armeniern in dieses Gesetz. Weltweit sind es 22 Staaten, welche diese Vertreibung als Genozid einstufen.

Sturm der Entrüstung in der Türkei wogegen?
Wenn man die Reaktionen, Demonstrationen in Paris und Drohungen der türkischen Regierung anschaut, könnte man annehmen, die Türkei als Nation werde mit diesem Gesetz des Genozids angeklagt. Dem ist jedoch nicht so. Mit dieser Vorlage regelt Frankreich

Deutschland: Untere Einkommen brechen weg

Die OECD veröffentlicht eine interessante Studie. Demzufolge ist die Kluft zwischen mittleren und tiefen Einkommen in Deutschland überproportional gewachsen:

In Deutschland seien die unteren Einkommen besonders stark gesunken, berichtet Isabell Koske von der Wirtschaftsabteilung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Der Lohn eines Geringverdieners ist demnach heute nur noch halb so hoch wie der Lohn eines Beschäftigten mit mittlerem Einkommen. Eine größere Lohnkluft haben die Forscher nur noch in Südkorea und den USA entdeckt. Quelle
Diese Meldung beschreibt einen Zustand, nicht aber dessen Auswirkungen. Wie schon längst bekannt ist, sind vor allem die tieferen Einkommen bezüglich Lebenshaltungskosten und späterer Rentenberechtigung auf einem Niveau, welches staatliche Zuschüsse erfordert. 

Im Klartext: Die Industrie bezahlt für Arbeit Löhne, welche nicht ausreichen, um  den Alltag zu finanzieren, geschweige denn später mit einer ausreichenden Rente alt zu werden. Die Lücke füllt der Staat, also der Steuerzahler und nur zum kleinen Teil die Industrie mit Gewinnsteuern.

Das alles geschieht unter der Vorgabe, Deutschland müsse weiter wachsen, exportieren. Dazu bedarf es offenbar tiefer Lohnkosten in der Produktion. Erst dann können die Konzerne Milliardengewinne verbuchen. Milliarden, welche der Staat durch Schuldenaufnahme wieder für Familien- und Rentenbezuschussung ausgibt.

Eine wirklich groteske Situation, denn letztlich garantiert der Staat den Firmen satte Gewinne, indem er ein Lohndumping erlaubt, welches innerhalb der EU einmalig ist. Es bleibt zum Schluss der Gewinn der Konzerne und die Riesengehälter der Manager, finanziert durch die Sozialhilfen und Bezuschussung des Staates an die Niedrigverdiener und Rentner, denen nicht das ausbezahlt wird, was sie als Arbeitskräfte verdienen müssten.

Samstag, 21. Januar 2012

Costa Concordia: Reederei warb mit diesen Verneigungen....

Eine Woche nach diesem unfassbaren Unglück wird zwar weiterhin der Kapitän als verantwortungslos und in erster Linie schuldhaft betrachtet. Allerdings sind nun auch Fakten bekannt, welche die Reederei Costa Crociere in Schwierigkeiten bringen könnte. Diese versuchte in den letzten Tagen, die Gesamtverantwortung dem Kapitän aufzubürden, der inzwischen freigestellt und mit einer Klagedrohung von Seiten seines Arbeitgebers eingedeckt wurde. Nicht mal die Anwaltskosten sollen übernommen werden. Somit wäre der Sündenbock festgenagelt.

Die Darstellungen der Reederei sind jedoch offensichtlich nicht korrekt. Italienische Zeitungen haben Internetseiten der Reederei frühzeitig gespeichert. Darauf wird Werbung für eben diese "Verneigung" vor der Insel gemacht und insbesondere dem nun so beschuldigten Kapitän ein grosses Kompliment gemacht. Die Seite ist inzwischen von den Tageszeitungen ins Netz gestellt worden:

Montag, 16. Januar 2012

Costa: Verantwortungslose und kostspielige Show-Time


Zum ersten Male ist einer der wirklich grossen Megaliner der Kreuzfahrtbranche verunglückt. Gemäss ersten Auswertungen der Blackbox hat sich der Kapitän der über 450 Mio € teuren Costa Concordia zu einem Manöver hinreissen lassen, welches man üblicherweise mit einem Schlauchboot oder Meeres-Scooter ausführt: Eindruck schinden, indem man möglichst nahe der Küste entlangflitzt und die Blicke vieler Bewunderer auf sich zieht. Dies mit einem Hightech-Kahn von 290 Metern Länge und so nebenbei noch rund 4500 Personen an Bord. Show-Time im Hochrisikobereich.


Dass ein derart verantwortungsloses Manöver wenige hundert Meter vor einer Insel und mehr als 4 Seemeilen abseits des vorgeschriebenen Kurses möglich ist, selbst wenn es vom Kapitän angeordnet wurde, wirft viele Fragen auf. Dank der Tatsache , dass die Costa Constanze nicht völlig kentern und absaufen konnte ,da sie auf eine Sandbank zu liegen kam, konnten während Stunden Passagiere gerettet werden, welche ansonsten jämmerlich ertrunken wären.  Vielleicht war es der Kapitän,  der  angesichts der sich abzeichnenden Katastrophe