Sonntag, 31. März 2013

Zypern: Kommende Woche ist Zahltag

EU-Politiker werden nicht müde, die Zypern-Lösung als einmalig und nicht auf Rest-Europa übertragbar zu bezeichnen. Zentrale Aussage in diesem Spezialfall: Auch die Sparer müssen bluten. Genau, das ist die Belohnung dafür, dass sie nicht mitmachten in der Schuldentreiberei. Zu Zypern käme noch Folgendes hinzu: Neben der Tatsache, dass da zweifellos auch Geld aus dunklen Kanälen angelegt wurde, ist eine Hauptursache der Bankenkrise, dass der Schuldenschnitt, welcher in Griechenland durchgeführt wurde, diese Banken in Schieflage gebracht hat. Das sollte man nicht vergessen. Genau dafür erhielten europäische Banken Garantie-Gelder zur Verfügung gestellt....

Es geht vor allem um Geschäftskonten
Schlicht unterschlagen wird jedoch folgende Tatsache.
Zypern lebt im Bereiche Deviseneinnahmen maßgeblich vom Tourismus. Daneben gibt es verschiedene branchennahe Produktionsbetriebe und natürlich eine Bauindustrie. Nicht zu vergessen die Militärstützpunkte.
Alle diese Firmen und Organisationen verfügen  über Bankkonten, auf welchen Gelder eingehen und von denen Löhne abgebucht werden. Je nach Größe der Firma werden da pro Monat 200 000 € alleine für Löhne fällig.  All diese Betriebe stehen derzeit mit dem Rücken zur Wand, denn sie kommen nicht an ihr Geld heran, sprich, die Angestellten kriegen auch nicht ihren Lohn, allenfalls einen Bruchteil davon. Dies, nachdem die Banken nun eh schon 14 Tage nicht regulär arbeiten.

Regulär erarbeitetes Geld vernichten?
Es ist schon mehr als beunruhigend, wenn also die EU beschließt, dass Konten von Firmen , welche das wirtschaftliche Rückgrat eines Mitgliedsstaates darstellen, schlicht und einfach pulverisiert werden und somit auf diesem Wege neben der Bankenkrise gleichzeitig eine schwere Wirtschaftskrise und entsprechende Arbeitslosigkeit ausgelöst wird. 

Nicht vertretbar
Die Tragweite der für Zypern angeordneten Lösung wird erst im Laufe der kommenden Wochen sichtbar werden. In dieser Zeit werden auch die Proteste in Zypern zunehmen, denn dort werden Zehntausende feststellen, dass nicht nur ihre möglichen  Guthaben blockiert sind, nein, auch ihr Einkommen, ihr Arbeitsplatz steht auf der Kippe. De facto wird mit diesem Zugriff auf die Konten das Land wirtschaftlich demoliert und am Aufbau werden dann andere verdienen. 

Dieses System zeichnet sich immer mehr als knallharte EU-Strategie ab, solange nicht Kerninteressen der EU betroffen sind. Zur Erinnerung: Als die großen europäischen Banken im Zuge der Finanzkrise 2008/09 zu wanken begannen, wurde rund 1 Billion € an Garantiegeldern bereitgestellt. In Zypern werden jedoch die Sparer und Geschäftskunden für dieselbe Zockerei der Banken zur Kasse gebeten.  Entstehen wird innerhalb der EU eine Zweiklassengesellschaft und darin geht es so zu und her, wie in den inzwischen in Teilen bekannt gewordenen Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und Zypern am letzten Wochenende.

Wie Zypern sich verzockte , so lautet der Titel. Man könnte aber auch eine andere Überschrift wählen. Das wahre Gesicht der EU-Kommissare. Das kann ja heiter werden, denn wie dieselbe Pokerei demnächst mit Italien über die Bühne gehen sollte.....??????

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