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Bild von Alexandra_Koch auf Pixabay |
Fassungslos hat eine ganze Branche, nämlich die Veranstaltungswirtschaft zur Kenntnis genommen, dass unter dem Begriff Recht auf freie Meinungsäußerung Mega-Veranstaltungen mit Zehntausenden von Menschen erlaubt sind, während ansonsten sämtliche Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern bundesweit verboten bleiben.... Dies nur so am Rande.
Freiheit
Die Freiheit des Denkens und Handelns ohne Einschränkung der Freiheit Anderer ist zweifellos ein Gut, welches hoch einzuschätzen ist. Es ist auch die Freiheit jedes Einzelnen, in Sachen Corona zu glauben:
- es handle sich hierbei um nicht mehr als eine Grippe und mit allfälligen Verlusten sei eben zu rechnen
- Corona sei eine politisch inszenierte Panikmaschine
- Grundgesetz Art.2 ergäbe das Recht, sich gegen allfällige Pandemie-Maßnahmen wie impfen oder Pandemieverordnungen mit dem Verweis "Recht auf körperliche Unversehrtheit " zu wehren, diese abzulehnen.
Jeder Mensch muss das für sich selbst entscheiden.
Fragwürdig...
...wird es dann, wenn man diese "persönliche Freiheit", diese Zweifel an der Pandemie in Massen auf die Straße trägt und:
- entgegen allen News und Zahlen die Pandemie für beendet erklärt, wo offensichtlich ist, dass dem nicht so sein wird, ganz im Gegenteil. Trotzdem: Man verkündet den "Tag der Freiheit", das "Ende der Pandemie".
- während Stunden ohne Mundschutz mit Tausenden von irgendwoher nach Berlin anreist, um hier inmitten von Zehntausenden für oder gegen irgendwas zu demonstrieren
- sich aktiv beteiligt am Meinungsterror mit möglichen negativen Langzeitfolgen für Millionen von Menschen
- wieder im Pulk nach Hause zurückkehrt, um am Stammtisch mit dem Erlebten herumzuprahlen...
Verantwortungsloses, idiotisches ICH, ICH, ICH
- ...am Stammtisch sitzen Menschen, welche klar zur Risikogruppe gehören. Der Demo-Heimkehrer weiß nicht, ob er sich an dieser Demo infiziert hat. Bei einer aktuellen Infektionsrate von 0,026 % ist es nicht ausgeschlossen, dass er/sie durch potentiell rund 50 - 80 Infizierte angesteckt wurde und das noch gar nicht weiß, den Virus aber weiter verbreitet... Dieses 0,026% Risiko trägt er demonstrativ in sein Umfeld..
- ..die mögliche Verantwortung, damit Freunde aus der Risikogruppe anzustecken, plaudert er ohne Mundschutz munter weg...
- ..die allfällige schwere Erkrankung oder gar den Tod dieses Freundes bucht er unter "mit Verlusten muss man rechnen" ab? Wohl kaum. Denn es handelt sich um einen Anschlag auf die Gesundheit der Betroffenen. Aus Dummheit, Arroganz, oder ganz bewusst?
- Wie war das nochmals mit dem Grundgesetz und dem Recht auf körperliche Unversehrtheit? DAS, was er/sie einfordert, missachtet er gegenüber Anderen, nur um das Ego zu befriedigen? Na tolle Glaubwürdigkeit... Das Recht, NICHT angesteckt zu werden, körperliche Unversehrtheit? Vergiss es!
- Der Besitzer der Kneipe kann im negativen Falle seinen Betrieb gleich für immer dicht machen.. denn auch NACH der Quarantäne wird es heißen: Nee, da hat sich doch einer tödlich angesteckt, da gehen wir nicht hin.
- Multipliziert auf einige Fälle folgen dann ganz schnell regionale oder Länderlockdowns, worauf dieselben Idioten wieder aufstehen und "danke Merkel" brüllen. ..und dafür müssen sie natürlich wieder auf die Straße....
- Ist das alles gezielt-gewollte Provokation in der irrigen Überzeugung: Kein Mittel zu doof, um nicht für einen "Umsturz" zu sorgen. UNS passiert eh nichts und jede Revolution hat eben ihre Opfer.... Bestimmte Verschwörungsgruppen propagieren das offen. Also eigentlich Mordanschläge... Darf man so nennen, wenn es bewusst passiert...
- Dann zu den Oberschlauen: "Mir ist noch kein Infizierter begegnet, die Krankheit gibt es gar nicht und wenn, ist es ein besserer Schnupfen." Nun mein Freund: " Seit Monaten trompetest Du diesen Mist in der Gegend rum. Begib Dich an die Hotspots, such per Annonce Infizierte, welche Dich intravenös anstecken, damit Du da dann so richtig mitreden kannst. Du bist doch sonst um kreative Einfälle nicht verlegen? Da dies bislang NICHT passiert ist, gehe ich davon aus, dass Du im Grunde genommen die Hosen voll hast, was auch richtig und sinnvoller ist..."
- Andere finden: Mir reicht DAS, was Betroffene zu Protokoll geben.
Bleibt die Frage:
Mit welchem "Recht auf Meinungsfreiheit" werden derartige Verschwörungsdemos bewilligt, wenn von allem Anfang an klar ist, dass sowohl Veranstalter wie Teilnehmer die geltenden Auflagen explizit NICHT einzuhalten gedenken, auch nicht einzuhalten in der Lage sein werden... Stattdessen geht man das Risiko ein, dass Berlin in einigen Tagen als bundesweiter hotspot oder "Sprayer" definiert werden muss.
Ab wann wird das "Recht auf körperliche Unversehrtheit" über das "Recht auf Meinungsfreiheit" und eingefordertem Demonstrationsrecht einer kleinen Gruppe von Weltverschwörern, Realitätsverweigerern und einer beachtlichen Gruppe von Nationalisten mit ganz anderen Absichten eingestuft?
Die Politik ist gefordert.
Weiter führend, MEHR als eine Grippe:
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